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Warum gibt es im Boxen so viele Champions?

08 February 2026 • 2 min lettura

Liebe Leserinnen und Leser, falls Sie sich jemals gefragt haben, warum es im modernen Boxen in derselben Gewichtsklasse so viele „Weltmeister“ gibt, sind Sie hier genau richtig. Heute erkunden wir das Chaos der Gürtel: eine Geschichte aus Sport, Politik und natürlich viel Geld.

1. Der Ursprung

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Boxen eine einfache Angelegenheit. In den Vereinigten Staaten gab es zwei wichtige Organisationen: die NYSAC (New York State Athletic Commission) und die NBA (National Boxing Association).

·        Die NYSAC: Sie verwaltete New York. Da der Madison Square Garden das „Mekka des Boxens“ war, war derjenige, der dort gewann, der König der Welt.

·        Die NBA (gegründet 1921): Sie vereinte die Kommissionen fast aller anderen US-Bundesstaaten. Sie war die „Macht der Zahlen“.

Trotz der Rivalitäten versuchten die beiden Verbände fast immer, denselben Champion anzuerkennen. Es war die Ära des linearen Champions: Um der Beste zu werden, musste man den Besten besiegen. Punkt.

2. Das Chaos

Zwischen den 1950er- und 1960er-Jahren änderte sich alles. Boxen wurde zu einem globalen Geschäft und die Macht zersplitterte. Wenn ein Champion die Verträge oder Regeln eines Verbands nicht einhielt, wurde ihm der Titel „aberkannt“. So begann die Ära der Paradoxe: Die NBA erkannte einen Champion an, die NYSAC einen anderen. Die Krone war zerbrochen.

3. Die Entstehung der „Big Four“

Aus den Trümmern des alten Systems gingen die vier Mächte hervor, die heute das Geschehen bestimmen:

·        WBA (World Boxing Association) - 1962: Weiterentwicklung der alten NBA. Sie ist die älteste und strebte nach dem weltweiten Monopol, wird heute jedoch häufig wegen der Schaffung zu vieler Nebentitel kritisiert.

·        WBC (World Boxing Council) - 1963: Entstand als internationale Antwort auf die amerikanische Übermacht. Dank der Unterstützung Mexikos und der Ära von Muhammad Ali ist ihr grüner Gürtel heute der ikonischste der Welt.

·        IBF (International Boxing Federation) - 1983: Entstand durch eine interne Abspaltung von der WBA unter der Führung von Bob Lee. Sie gewann sofort an Prestige, als Larry Holmes sich entschied, ihren Titel zu verteidigen.

·        WBO (World Boxing Organization) - 1988: Von Unternehmern aus der Karibik gegründet. Anfangs als kleiner Verband betrachtet, erlangte sie dank Champions wie De La Hoya und den Klitschko-Brüdern den Status einer „Eliteorganisation“.

4. Die Hierarchie der Champions: Wer zählt wirklich?

Damit man nicht den Überblick verliert, hier die Unterscheidung der Champions von heute:

·        World Champion: Er hält den Gürtel eines einzelnen Verbands.

·        Unified Champion: Er besitzt 2 oder 3 der wichtigsten Gürtel.

·        Undisputed Champion: Der wahre König. Er hält gleichzeitig die Titel von WBA, WBC, IBF und WBO.

5. Über die Grenze hinaus: Die anderen Gürtel

Das Bild wird durch weitere Kürzel vervollständigt, die eine Erwähnung verdienen:

·        IBO: Die „fünfte Schwester“. Sie gehört nicht zum Eliteklub, wird aber respektiert, weil sie eine unparteiische computergestützte Rangliste verwendet.

 

 

 

 

 

 

·        The Ring Magazine: Das ist kein Kürzel, sondern eine traditionsreiche Zeitschrift. Ihr Gürtel zeichnet reine sportliche Leistung aus (den unumstrittenen Champion) und ist für Puristen mehr wert als jeder andere.

·       

EBU (European Boxing Union): Mit Sitz in Rom ist sie die Königin Europas. Den blauen EBU-Gürtel zu gewinnen, ist der obligatorische Schritt für jeden europäischen Boxer, der die globalen Giganten herausfordern möchte.

Vom Team Erkules bis zum nächsten Mal.

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